Zur Haftung des Sachverständigen im Zwangsversteigerungsverfahren

Der BGH hat in einem aktuellen Urteil entschieden, dass bei der Haftung des Sachverständigen für ein unrichtiges Verkehrswertgutachten im Zwangsversteigerungs-
verfahren zu berücksichtigen ist, dass dieses der Feststellung des Verkehrswerts des Versteigerungsobjekts dient und gerade auch in dieser Hinsicht, also bezüglich des festgestellten Verkehrswerts, "unrichtig" sein muss.

Des Weiteren führt der BGH aus, dass Baumängel und Bauschäden in diesem Zusammenhang insoweit Bedeutung haben, als sie sich auf den Verkehrswert auswirken. Anders als der speziell mit der Feststellung von Baumängeln beauftragte - und diesbezüglich besonders sachkundige - Gutachter darf sich der Verkehrswertgutachter im Allgemeinen mit der Inaugenscheinnahme des Versteigerungsobjekts begnügen und muss erst dann weitere Ermittlungen zu etwaigen Mängeln anstellen oder entsprechende Hinweise geben, wenn hierzu nach den Umständen des konkreten Falls Anlass besteht.

Der BGH geht darüber hinaus darauf ein, inwieweit Diskrepanzen zwischen dem vom Gericht festgestellten und dem vom Sachverständigen ermittelten Wert dem Sachverständigen zu Last gehen dürfen. Auch die Frage des maßgebenden Sorgfaltsmaßstabs wird erörtert.

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